Adina Sommer
Antike und zeitgenössische Kunst
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Tabula Geographica Generalis Imperii Russici ad normam novissimarum observatinum astonomicarum concinnata..
| Artikel ID | ASX0469 |
Titel | Tabula Geographica Generalis Imperii Russici ad normam novissimarum observatinum astonomicarum concinnata.. |
Beschreibung | Prachtvolle und großformatige Generalkarte des Russischen Reiches von Johann Treskot und Jacob Friedrich Schmidt, erschienen 1776 in St. Petersburg. Die Karte zeigt das gesamte Russische Reich in seiner gewaltigen Ausdehnung von Osteuropa über Sibirien bis zur Pazifikküste und zur Beringstraße. Dargestellt sind unter anderem das europäische Russland, das Kaspische Meer, der Ural, Sibirien, Kamtschatka sowie die nördlichen Küstengebiete. Die Karte entstand am Geographischen Departement der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg und beruhte, wie bereits der Titel hervorhebt, auf den neuesten verfügbaren astronomischen Beobachtungen und geographischen Vermessungen. Sie dokumentiert damit den erheblichen Fortschritt der russischen Kartographie im 18. Jahrhundert und die zunehmende wissenschaftliche Erschließung der riesigen Gebiete Sibiriens und des russischen Fernen Ostens. Besonders bemerkenswert ist die Darstellung der nordöstlichen Gebiete des Reiches und der Region um Kamtschatka und die Beringstraße, deren geographische Kenntnisse wesentlich durch die russischen Expeditionen des 18. Jahrhunderts erweitert worden waren. Die Karte zählt zu den bedeutenden großformatigen Gesamtdarstellungen des Russischen Reiches aus der Regierungszeit Katharinas der Großen. |
| Zeit | ca. 1782 |
Stecher | Treskot/ Schmidt Johann/ Jacob (1719-1786) |
Johann Treskot (ca. 1719/21–1786) und Jacob Friedrich Schmidt (1732–1786) waren bedeutende Kartographen des Geographischen Departements der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg. Sie wirkten an der systematischen Vermessung und Kartierung des Russischen Reiches und insbesondere Sibiriens mit. Ihr Hauptwerk ist die 1776 erschienene „Tabula geographica generalis Imperii Russici“, eine der bedeutenden russischen Generalkarten des 18. Jahrhunderts. | |
Historische Beschreibung | Das heutige Russland entwickelte sich aus dem Großfürstentum Moskau, einem Teilfürstentum des früheren ostslawischen Reiches Kiewer Rus, zu einem über einhundert Ethnien zählenden Vielvölkerstaat, wobei ethnische Russen heute fast 80 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Die föderale Gliederung Russlands besteht aus acht Föderationskreisen und 85 Föderationssubjekten. Schon in der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends nach Christus war das ostslawische Gebiet offenbar von vielen städteähnlichen Siedlungen gekennzeichnet, weshalb die skandinavischen Waräger es Gardarike („Reich der Städte“) nannten. Zu den ältesten erhaltenen Städten auf dem Gebiet der Russischen Föderation zählen Nowgorod, Smolensk, Pskow, Rostow, Murom und Beloosero, die alle noch im ersten Jahrtausend nach Christus gegründet wurden. Im 11. und 12. Jahrhundert wurden weitere Städte im Zentrum Russlands von slawischen Siedlern gegründet. In dieser Zeit entstanden Moskau, Jaroslawl, Twer, Wladimir, Wologda, Kirow, Tula, Kursk, Kostroma, Rjasan und etwas später Nischni Nowgorod. Der alte ostslawische Name für das Gebiet des von Slawen bewohnten Teils des europäischen Russlands, Weißrusslands und der Ukraine war Rus. Die früheste Geschichte des europäischen Russlands ist im Norden geprägt von finno-ugrischen Völkern und Balten, im Süden von den indogermanischen Steppenvölkern des Kurganvolks, der Kimmerer, Skythen, Sarmaten und Alanen; später kamen hier noch Griechen, Goten, Hunnen und Awaren hinzu. In die Mitte, zwischen Dnepr und Bug, kamen die slawischen Völker, die sich ab dem 6. Jahrhundert auch nach Norden und Osten auszudehnen begannen. Ab dem 8. Jahrhundert befuhren skandinavische Wikinger die osteuropäischen Flüsse und vermischten sich später mit der slawischen Mehrheitsbevölkerung. Diese auch Waräger oder Rus genannten Kriegerkaufleute waren maßgeblich an der Gründung des ersten ostslawischen Staates, der Kiewer Rus mit Zentren in Kiew und Nowgorod, beteiligt. Im südlichen Steppengebiet und an der Wolga waren hingegen Reiche der aus Asien eingeströmten Turkvölker der Chasarenund Wolgabulgaren entstanden, mit denen die Rus Handel trieben, aber auch Kriege führten. Intensive Kontakte mit dem Byzantinischen Reich führten schließlich 988 zur orthodoxen Christianisierung der Kiewer Rus. Der russisch-orthodoxe Glaube reicht beinahe so weit zurück wie die Geschichte des Russischen Staatstums selbst. Bereits im 10. Jahrhundert wurde die ansässige Bevölkerung der Ostslawen zum griechisch-orthodoxen Glauben bekehrt. Russlands Geschichte erlebte seit ihrem Beginn im 9. Jahrhundert vielfältige Brüche. So ist die russische Geschichte eine Eigenentwicklung, die sich von der Entwicklung seiner Nachbarn in Europa deutlich unterscheidet. Ursächlich dafür ist ein ständiges In- und Gegeneinanderspiel typisch russischer Merkmale aus sozialen Begebenheiten und geographischen Einflüssen, die seine Geschichte auf weiten Strecken begleiteten. Aufgrund des ungünstigen Senioratsprinzips bei der Regelung der Erbfolge begann die Kiewer Rus im 12. Jahrhundert zu zerfallen, was es den ab 1223 einfallenden Mongolen erleichterte. Der Moskauer Großfürst Iwan der Große beendete die Mongolenherrschaft und wurde de facto zum Begründer eines zentralisierten russischen Staates. Unter Iwan dem Großen wurde die russische Gesetzgebung reformiert und der Großteil des heutigen Moskauer Kremls erbaut. An der Wende zum 18. Jahrhundert öffnete Zar Peter der Große das in den alten Strukturen erstarrte Zarentum Russland westeuropäischen Einflüssen und förderte Wissenschaft und Kultur. 1703 gründet er die Stadt Sankt Petersburg. Mit dem Sieg gegen Schweden im über 20 Jahre währenden Großen Nordischen Krieg erlangte Russland nach mehr als 150 Jahren der Auseinandersetzung mit Schweden die Vormachtstellung im Ostseeraum. Zar Peter lies das Russische Zarentum in „Russisches Kaiserreich“ umbenennen und änderte den Monarchentitel offiziell von „Zar“ in „Kaiser“. Katharina die Große führte Peters Expansionspolitik weiter. Durch die Beteiligung an den drei Teilungen Polens wurde die Westgrenze Russlands weit in Richtung Mitteleuropa vorgeschoben. 1812 fielen Napoleons Truppen in Russland ein und eroberten Moskau, wurden schließlich jedoch vernichtend geschlagen. Nach dem Wiener Kongress 1814/15 erlangte Russland eine dominierende Rolle auf dem europäischen Festland, die bis zum Krimkrieg 1853–1856 andauerte. Den „Westlern“, die eine Übernahme westeuropäischer Lebensformen und politischer Institutionen propagierten, standen aber immer auch die nationalromantisch geprägten „Russophilen“ oder „Slawophilen“ gegenüber, die einen eigenen, spezifisch russischen Weg in die Moderne forderten und die pauschale Übernahme westlicher Werte ganz oder zum großen Teil ablehnten. |
| Besonderheiten | Selten |
| Erscheinungsort | Venedig |
| Größe (cm) | 63 x 138 cm |
| Zustand | Auf 3 Platten geduckt und zusammengesetzt |
| Kolorit | altkoloriert |
| Technik | Kupferstich |


