Adina Sommer`s antike Landkarten und zeitgenössische Kunst

Anfa / Azaamurum / Div / Goa

  • Translation

Artikel ID ASI108
Stecher Braun/Hogenberg Franz/ Georg (1572-1618)
Frans Hogenberg ( 1535 -1590) war ein Kupferstecher und Radierer, der 1572 zusammen mit Georg Braun das Städteansichtenbuch Civitates Orbis Terrarum herausgab.Im Jahre 1570 hatte der Niederländer Abraham Ortelius seinen berühmten Weltatlas Theatrum Orbis Terrarum veröffentlicht – der erste seiner Art. Schefold übersetzte den Titel mit Beschreibung und Contrafactur der Vornembster Stät der Welt. Der Atlas war ein großer Erfolg und deshalb wohl Anreiz für die Edition der Civitates Orbis Terrarum, die in Größe und Gestaltung dem Weltatlas von Ortelius recht ähnlich aufgemacht und wohl auch als eine Ergänzung gedacht waren. Das Druckwerk Civitates Orbis Terrarum umfasst über 600 wirklichkeitsnahe Stadtansichten und Stadtpläne mit einem Gesamtumfang von ca. 1.600 Seiten.. Sie wurden in sechs Bänden zwischen 1572 und 1618 herausgegeben und zeigten alle größeren Städte in Europa, Afrika, Asien und sogar in Amerika. Als Verleger fungierte Georg Braun, ein Theologe, der von 1541 bis 1622 lebte. Frans Hogenberg war der Graveur für die ersten 4 Bände. Er schuf schon zuvor verschiedene Landkarten für Abraham Ortelius.
Titel Anfa / Azaamurum / Div / Goa
Zeit ca. 1572
Beschreibung 4 Ansichten auf einem Blatt, Anfa, Goa u.a.
Nach dem 10. Jahrhundert überrannten muslimische zentralasiatische Nomadenclans, die schnelle Pferdekavallerie einsetzten und riesige Armeen aufbauten und durch Ethnizität und Religion vereint waren, wiederholt die nordwestlichen Ebenen Südasiens, was schließlich 1206 zur Gründung des islamischen Sultanats Delhi führte. Das Sultanat Aufgabe war es, einen Großteil Nordindiens zu kontrollieren und viele Streifzüge nach Südindien zu unternehmen. Obwohl das Sultanat die indischen Eliten zunächst störte, überließ es seine große nichtmuslimische Bevölkerung weitgehend seinen eigenen Gesetzen und Bräuchen. Durch die wiederholte Abwehr mongolischer Angreifer im 13. Jahrhundert, rettete das Sultanat Indien vor den Verwüstungen in West- und Zentralasien und bereitete die jahrhundertelange Migration flüchtender Soldaten, gelehrter Männer, Mystiker, Händler, Künstler und Handwerker aus dieser Region vor dem Subkontinent und schafft so eine synkretistische indo-islamische Kultur im Norden. Die Razzia und Schwächung der regionalen Königreiche Südindiens durch das Sultanat ebnete den Weg für das indigene Vijayanagara-Reich. Das Imperium, das eine starke shaivitische Tradition aufnahm und auf der militärischen Technologie des Sultanats aufbaute, kontrollierte einen Großteil der indischen Halbinsel und sollte die südindische Gesellschaft noch lange danach beeinflussen. Im frühen 16. Jahrhundert fiel Nordindien, damals unter hauptsächlich muslimischen Herrschern, erneut der überlegenen Mobilität und Feuerkraft einer neuen Generation zentralasiatischer Krieger zum Opfer. Das daraus resultierende Mogulreich hat die lokalen Gesellschaften, über die es herrschte, nicht ausgerottet. Stattdessen wurden sie durch neue Verwaltungspraktiken und vielfältige und integrative herrschende Eliten ausgeglichen und befriedet, was zu einer systematischeren, zentralisierten und einheitlicheren Herrschaft führte. Die Moguln mieden Stammesbindungen und islamische Identität, insbesondere unter Akbar, und verbanden ihre weit entfernten Bereiche durch Loyalität, ausgedrückt durch eine persianisierte Kultur, mit einem Kaiser, der einen nahezu göttlichen Status hatte. Die Wirtschaftspolitik des Mogulstaates, die die meisten Einnahmen aus der Landwirtschaft erzielte und die Zahlung von Steuern in der gut regulierten Silberwährung vorschrieb, veranlasste Bauern und Handwerker, größere Märkte zu betreten. Neu kohärente soziale Gruppen in Nord- und Westindien wie die Marathas, die Rajputen und die Sikhs erlangten während der Mogulherrschaft militärische und regierende Ambitionen, die ihnen durch Zusammenarbeit oder Widrigkeiten sowohl Anerkennung als auch militärische Erfahrung gaben. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts hatten eine Reihe europäischer Handelsunternehmen, darunter die English East India Company, Außenposten an der Küste errichtet, da die Grenzen zwischen wirtschaftlicher und politischer Dominanz zunehmend verschwommen waren. Die Kontrolle der Ostindien-Kompanie über die Meere, größere Ressourcen und eine fortgeschrittenere militärische Ausbildung und Technologie führten dazu, dass sie ihre militärischen Muskeln zunehmend anspannte und für einen Teil der indischen Elite attraktiv wurde. Diese Faktoren waren entscheidend, damit das Unternehmen bis 1765 die Kontrolle über die Region Bengalen erlangen und die anderen europäischen Unternehmen aus dem Verkehr ziehen konnte.
Besonderheiten Aus 'Civitates Orbis Terrarum'
Erscheinungsort Köln
Größe (cm)34 x 47
ZustandPerfekt, dem Alter entsprechend
Koloritaltkoloriert
TechnikKupferstich

Nachdruck:

93.00 €

( Ein Nachdruck kann auf Anfrage individuell bestellt werden. )