View of Rio de Janeiro, the capital of Brazil, South America: with portraits of the emperor and empress, street characters, etc.

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Artikel ID AMS1665

Titel

View of Rio de Janeiro, the capital of Brazil, South America: with portraits of the emperor and empress, street characters, etc.

Beschreibung

Sehr schönes, handkoloriertes Sammelblatt mit Darstellungen von Rio de Janeiro. Der untere Teil zeigt eine eindrucksvolle Gesamtansicht von Rio de Janeiro, der Hauptstadt Brasiliens, mit vorgelagerten Segelschiffen und dem markanten Zuckerhut im Hintergrund. Der obere Teil umfasst Porträts von Kaiser Dom Pedro II. und Kaiserin Dona Teresa sowie Darstellungen von Bewohnern der Stadt. Erschienen in Harper’s Weekly, dem einflussreichen, von Harper & Brothers herausgegebenen amerikanischen illustrierten Nachrichtenmagazin, das von 1857 bis 1916 regelmäßig wöchentlich samstags erschien.

Zeit

ca. 1865

Stecher

Harper and Brothers (1857-1916)

Harper ist ein amerikanischer Verlag, derzeit das Flaggschiff des in New York City ansässigen globalen Verlags HarperCollins. James Harper und sein Bruder John, ausgebildete Drucker, gründeten 1817 in New York City ihr Buchverlagsgeschäft J. & J. Harper. Die beiden Brüder Joseph Wesley Harper und Fletcher Harper schlossen sich ihnen Mitte der 1820er Jahre an. Das Unternehmen wurde 1833 in "Harper & Brothers" umbenannt. Der Hauptsitz des Verlags befand sich in der 331 Pearl Street gegenüber dem Franklin Square in Lower Manhattan. Das Harper's New Monthly Magazine wurde schließlich zum Harper's Magazine, das jetzt von der Harper's Magazine Foundation herausgegeben wird.

Historische Beschreibung

Von 1815 bis 1821 war Rio de Janeiro Hauptstadt des Vereinigten Königreichs von Portugal, Brasilien und den Algarven und nach der Unabhängigkeit Brasiliens 1822 bis 1960 die Hauptstadt des Landes. Danach trat sie diese Funktion an Brasília ab, bleibt aber nach São Paulo bedeutendstes Handels- und Finanzzentrum des Landes.  Entsprechend dem Vertrag von Tordesillas erhoben die Portugiesen Anspruch auf das Ende des 15. Jahrhunderts entdeckte Gebiet des heutigen Brasilien. Frankreich erkannte den Vertrag nicht an und gründete 1555 auf der Ilha do Serigipe vor der Küste des heutigen Rio de Janeiro. Zu jener Zeit lebten in dieser Region Tupi-Indianer der Stämme der Tamoios und Tupinambás, mit denen die Franzosen sich verbündeten. Zehn Jahre später, 1565, wurden die Franzosen durch die Portugiesen von dort vertrieben, die daraufhin 1565, am heutigen Morro do Castelo, die Stadt São Sebastião do Rio de Janeiro gründeten. 1680 wurde Rio de Janeiro Hauptstadt der südlichen Regionen Brasiliens. Zu dieser Zeit war die Siedlung einer der wichtigsten portugiesischen Stützpunkte auf brasilianischem Gebiet. Seit 1700 entwickelte sich Rio de Janeiro zur wichtigsten Hafenstadt in Brasilien, vor allem ausgelöst durch Goldfunde in der benachbarten Region Minas Gerais. Einen weiteren Bedeutungsgewinn erfuhr Rio de Janeiro 1808, als der portugiesische Hof im Zusammenhang mit den französischen Invasionen vor den auf Lissabon zumarschierenden Streitkräften Napoleons dorthin flüchtete. Mit dem Hof siedelte eine Vielzahl Künstler, Wissenschaftler und Adlige nach Brasilien über, und das wirtschaftliche und kulturelle Leben der Stadt veränderte sich enorm. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Rio zu einem Umschlagplatz für den afrikanischen Sklavenhandel in Südamerika. Der portugiesische Königshof kehrte 1822 nach Portugal zurück, nachdem 1820 die liberale Revolution in Portugal ausgebrochen war. Nach der Abreise des portugiesischen Hofes erklärte sich Brasilien unter dem Prinzen Dom Pedro de Alcântara zum unabhängigen Kaiserreich Brasilien. Rio de Janeiro behielt den Status als Hauptstadt, in der der Prinz nun als Kaiser Pedro I. residierte. 1831 wurde sein Sohn Dom Pedro II. gekrönt, dieser initiierte unter anderem den Bau einer Eisenbahn, deren erster Abschnitt 1858 in Rio de Janeiro eröffnet wurde. Auch als 1889 Brasilien nach einem Militärputsch zur Republik wurde, blieb Rio de Janeiro Hauptstadt.  Hier entfaltete sich während der Belle Époque brasileira eine prunkvolle Stadtentwicklung, finanziert von Kautschuk- und Kaffeeoligarchen. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlebte Rio de Janeiro eine gesellschaftliche Blüte, da die Stadt für Filmstars und die internationale High Society zum Anlaufpunkt wurde. Ein letzter kultureller Ausfluss dieser Epoche war die Entstehung des brasilianischen Jazz Bossa Nova ab 1957, der durch Lieder wie zum Beispiel Garota de Ipanema/The Girl from Ipanema von Antônio Carlos Jobim und Vinícius de Moraes, weltberühmt wurde.

Erscheinungsort New York
Größe (cm)35,5 x 52 cm
ZustandMontiert auf Kartonage
Koloritkoloriert
TechnikHolzstich