Adina Sommer`s antike Landkarten und zeitgenössische Kunst

Secunda Asiae Tabula

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Artikel ID EUO2608
Stecher Ptolemy/Waldseemüller- Johann Schott Claudius (1477-1550)
Johann Schott (1477-1550). Er besuchte schon früh die Freiburger Hochschule, später die Heidelberger Universität und übernahm später das Geschäft seines Vaters Martin Schott. Johann Schott lebte dann als Drucker am Oberrhein und arbeite lange Zeit sowohl in Straßburg als auch in Freiburg im Breisgau. Als Drucker machten ihn vor allem das Werk Tabula Moderna Germanie bekannt. Die sehr detaillierte frühe Karte von 1513 zeigt Mitteleuropa von Dänemark bis zu den Alpen und von Frankreich bis Polen. Es ist eine trapezförmige Ptolemaeus Holzschnittkarte von Mitteleuropa aus dem ersten so genannten Modernen Atlas vom Kartograf Martin Waldseemüller (1473–1520). Johann Schott druckte die Karte in Strassburg im Jahre 1513 und sie enthält neben den traditionellen 27 Ptolemäischen Karten aus der Ulmer Ausgabe von 1482 auch 20 detaillierte Regionalkarten, weshalb der Atlas heute auch als eine der bedeutendsten Ptolemaeus Ausgaben angesehen wird. Weitere bekannte Druckwerke Schotts sind unter anderem das Buch "Alexandri Magni" und die "Margarita philosophica". Alexandri Magni ist die Geschichte Alexanders des Großen auf deutsch in der Fassung des Johann Hartlieb. Es wurde von Martin Schott 1493 in Straßburg gedruckt. Die Margarita philosophica ist eine allgemeine Enzyklopädie aus dem Jahr 1503. Gregor Reisch hat sie ab 1489 in lateinischer Sprache verfasst und sie wurde sie erstmals 1503 in Freiburg von Johann Schott gedruckt. Claudius Ptolemäus( um 100- 160 nach Christus) war ein griechischer Mathematiker, Geograf, Astronom, Astrologe, Musiktheoretiker und Philosoph. Insbesondere seine drei Werke zur Astronomie, Geografie und Astrologie galten in Europa in der frühen Neuzeit als wichtige Datensammlungen und wissenschaftliche Standardwerke. Nach Ptolemäus befindet sich die Erde fest im Mittelpunkt des Weltalls, dem Centrum Mundi. Neben dem zusammenfassenden Kanon bedeutender Städte verfasste Ptolemäus die Geographia in der er die bekannte Welt und ihre Bewohner aufzeichnete. Seine Definition der Breitengrade ist bis heute gültig, außerdem legt er darin seine Hypothese vom unbekannten Südkontinent Terra Australis dar. Ptolemäus überlieferte lediglich schriftliche Anleitungen und Tabellen zur Erstellung von Karten, zeichnete selbst aber nur wenige grobe Skizzen. Später wurden in seinem Namen Geographien geschrieben und im Laufe der Jahrhunderte durch zahlreiche Karten ergänzt.
Titel Secunda Asiae Tabula
Zeit ca. 1513
Beschreibung Karte zeigt das damalige Sarmatien, heute teilweise Russland und das Schwarze Meer, die Ukraine mit der Insel Krim und das Asowsche Meer in trapezform.
Auf dem Gebiet der heutigen Ukraine hielten sich in der Frühzeit meist indogermanische Völker (unter anderem Kimmerier, Skythen und Sarmaten) auf. Darüber hinaus entstanden im siebten bis sechsten Jahrhundert v. Chr. mehrere griechische Kolonien an der Schwarzmeerküste, die im fünften Jahrhundert v. Chr. das Bosporanische Reich bildeten. Die Region Polesien im Nordwesten der Ukraine gilt als eine mögliche Urheimat der Slawen. Die heutige Ukraine hat ihren Ursprung, genau wie Russland und Weißrussland, im ersten ostslawischen Staat, der Kiewer Rus. Ab dem 8. Jahrhundert befuhren Wikinger die osteuro¬päischen Flüsse und vermischten sich mit der slawischen Mehrheitsbevölkerung. Diese auch Waräger oder Rus genannten Kriegerkaufleute waren maßgeblich an der Gründung der Kiewer Rus mit Zentren in Kiew und Nowgorod beteiligt. Rechtliche Diskriminierung, wirtschaftliche Ausbeutung und religiöser Druck auf die orthodoxe Bevölkerung der südwestlichen Rus seitens der polnischen Krone führten immer wieder zu blutigen Aufständen gegen die polnische Herrschaft, die von der oktroyierten Kirchenunion von Brest 1596 weiter angefeuert wurden. Im Jahre 1648 befreite sich die Ukraine in einem Volksaufstand unter Führung des Kosakenhetmans Bohdan Chmelnyzkyj von der Herrschaft Polens und die Saporoger Kosaken begründeten einen unabhängigen Staat, das Hetmanat. 1654 unterstellten sich die Kosaken im Vertrag von Perejaslaw der Oberherrschaft des Moskauer Zaren, und in der Folge kam die Linksufrige Ukraine (in Bezug auf den Fluss Dnepr) mit Kiew unter russische Herrschaft. Das Hetmanat der Kosaken bestand als autonomer Teil des Russischen Kaiserreiches bis in die Regierungszeit Katharinas der Großen. Die Rechtsufrige Ukraine, darunter Wolhynien und Podolien verblieb zunächst bei Polen-Litauen. Das rechtsufrige Hetmanat wurde bereits im 17. Jahrhundert von den Polen aufgelöst. Bei den Teilungen Polens am Ende des 18. Jahrhunderts fiel auch der rechtsufrige Teil der Ukraine an Russland, die im Westen der Ukraine gelegenen Gebiete Galizien und die Bukowina im Westen an das Habsburgerreich. Als Resultat mehrerer Russisch-Türkischer Kriege wurden im 18. Jahrhundert weite Teile der heutigen Südukraine den unter osmanischer Vasallität stehenden Krimtataren abgerungen. Diese Gebiete wurden als Neurussland unter der Leitung von Grigori Potjomkinerschlossen und mit Saporoger Kosaken und Siedlern aus der Ukraine und aus Russland besiedelt.
Erscheinungsort Straßburg
Größe (cm)38 x 51
ZustandRand links fachmännisch ergänzt
Koloritaltkoloriert
TechnikHolzschnitt

Nachdruck:

1,035.00 €

( Ein Nachdruck kann auf Anfrage individuell bestellt werden. )