Das Ander Buch / Constantinopel.

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Artikel ID AST1336

Titel

Das Ander Buch / Constantinopel.

Beschreibung

Vogelschauansicht der türkischen Stadt Istanbul (früher Konstantinopel). Auf der Rückseite 2 Abbildungen einmal mit dem Kaiser Constantius (der 39. Kaiser) und Constantinus (der 40. Kaiser).

Zeit

ca. 1550

Stecher

Münster Sebastian (1489-1552)

Sebastian Münsters (1489-1552) gehört zu den berühmten Kosmographen der Renaissance. Seine eigentliche Bedeutung auf dem Gebiet der Kartographie beruht auf seiner berühmten Kosmographie, die er 1544 mit 24 doppelseitigen Karten (u.a. Moskau und Siebenbürgen) herausgab. Das Material dafür stammte größtenteils aus Recherchen und dem Sammeln von Informationen aus der Zeit um 1528, was er anfangs nur für eine Beschreibung Deutschlands verwenden wollte, nun aber für eine Kartierung der gesamten Welt ausreichte und schließlich zu einer Kosmographie führte. Er suchte ständig dieses Werk zu verbessern, also Karten zu ersetzen oder zu ergänzen. So waren in der Ausgabe von 1550 nur noch 14 Karten aus den früheren Ausgaben übernommen worden. Auch die 52, im Text gedruckten Karten, basierten nur teilweise auf den alten Karten. Der große Erfolg dieser Kosmographie beruhte auch auf der präziesen Arbeit der Holzschnitte meist von Hans Holbein der Jüngere, Urs Graf, Hans Rudolph Deutsch und David Kandel. Es war die erste wissenschaftliche und zugleich allgemeinverständliche Beschreibung des Wissens der Welt in deutscher Sprache, worin die Grundlagen aus Geschichte und Geographie, Astronomie und Naturwissenschaften, Landes- und Volkskunde nach dem damaligen Wissensstand zusammengefasst worden sind. Unter Kosmographie versteht man die Wissenschaft von der Beschreibung der Erde und des Weltalls. Bis ins Spätmittelalter gehörten dazu auch Geographie, Geologie und Astronomie . Die Erstausgabe der Cosmographia erfolgte 1544 in deutscher Sprache, gedruckt in der Offizin von Heinrich Petri in Basel. Heinrich Petri war ein Sohn aus der ersten Ehe von Münsters Frau mit dem Basler Buchdrucker Adam Petri. Über die Hälfte aller Ausgaben bis 1628 erschien ebenfalls in deutscher Sprache. Das Werk wurde jedoch auch auf lateinisch, französisch, tschechisch und italienisch publiziert. Die englischen Ausgaben umfassten alle nur einen Teil des Gesamtwerkes. Viktor Hantzsch ermittelte 1898 noch insgesamt 46 Ausgaben (deutsch 27; lateinisch 8; französisch 3; italienisch 3; tschechisch 1) die von 1544 bis 1650 erschienen sind, während Karl Heinz Burmeister 1964 nur noch 36 (deutsch 21; lateinisch 5; französisch 6; italienisch 3; tschechisch 1) nachweisen konnte, die von 1544 bis 1628 erschienen sind. Nach der ersten Ausgabe von 1544 folgten 1545 die zweite, 1546 die dritte, 1548 die vierte und 1550 die fünfte Ausgabe, jeweils durch neue Berichte und Details, Textbilder, Stadtansichten und Karten ergänzt sowie insgesamt überarbeitet. Darüber welche Personen - nebst den Buchdruckern Heinrich Petri und Sebastian Henricpetri — die Neuausgaben nach Münsters Tod besorgten ist wenig überliefert. Die Ausgabe von 1628 wurde von dem Basler Theologen Wolfgang Meyer bearbeitet und erweitert. Sebastian Münster hat mit der Cosmographia erstmals ein Gemeinschaftswerk von gelehrten Geschichtsschreibern und Künstlern, von Verlegern, Holzschneidern und Stechern herausgegeben. Die zahlreichen Veduten sind in aller Regel als Holzschnitte ausgeführt. Sein Wissen bezog Sebastian Münster aus den Reiseberichten und Erzählungen verschiedener Gelehrter, Geographen, Kartographen und von Seereisenden. Noch lange nach seinem Tod galt die "Kosmographie" als ein beliebtes Werk, das große Auflagen erlebte: 27 deutsche, 8 lateinische, 3 französische, 4 englische und sogar 1 tschechische Ausgabe erschienen. Die letzte Auflage erschien 1650 in Basel.

Historische Beschreibung

Die Stadt Konstantinopel wurde von dorischen Siedlern aus dem griechischen Mutterland um 660 v. Chr. unter dem Namen Byzantion gegründet. Am 11. Mai 330 n. Chr. machte der römische Kaiser Konstantin der Große sie zu seiner Hauptresidenz, baute sie großzügig aus und benannte sie offiziell in Nova Roma um. In der Spätantike beanspruchte die Stadt auch den Rang als Neues Rom“. Sie war Hauptstadt des römischen und byzantinischen Reichs(330–1204 und 1261–1453), des lateinischen Reichs (1204–1261) und des osmanischen Reichs (1453–1922) . Es wurde 324 n. Chr. Im alten Byzanz als neue Hauptstadt des Römischen Reiches von Kaiser Konstantin dem Großen, nach dem es benannt wurde, wiedererweckt und am 11. Mai 330 eingeweiht. Nach dem Tod von Kaiser Konstantin wurde die Stadt offiziell in Constantinopolis umbenannt. Im 12. Jahrhundert war die Stadt die größte und reichste europäische Stadt und sie war maßgebend für die Förderung des Christentums während der römischen und byzantinischen Zeit. Nach dem Verlust seines Territoriums wurde das oströmische (byzantinische) Reich auf seine Hauptstadt und seine Umgebung reduziert und fiel schließlich 1453 an die Osmanen. Nach der muslimischen Eroberung war die ehemalige Bastion des Christentums der Osten Konstantinopels und verwandelte sich in die islamische Hauptstadt des Osmanischen Reiches, unter der es wieder florierte. Nach der Gründung der modernen Republik Türkei, dem Nachfolgestaat des Osmanischen Reiches, wurde die Stadt 1923 in Istanbul umbenannt. Bei dem Namen Istanbul handelt es sich vermutlich um die türkische Abwandlung des altgriechischen. Diese Deutung erscheint schlüssig, denn wer in der Spätantike und im frühen Mittelalter im Oströmischen Reich umgangssprachlich „die Stadt“ sagte, meinte in der Regel Konstantinopel, das mit seinen fünfhunderttausend Einwohnern und seinen mächtigen Mauern, mit keiner anderen Stadt im weiten Umkreis verglichen werden konnte.

Besonderheiten Aus der berühmten Cosmographia, Deutsche Ausgabe
Erscheinungsort Basel
Größe (cm)27,5 x 17 cm
ZustandWurmlöcher (2) ausserhalb am Rand
Koloritaltkoloriert
TechnikHolzschnitt

Nachdruck:

43.50 €

( Ein Nachdruck kann auf Anfrage individuell bestellt werden. )