Beschreibung der Inseln Malta

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Artikel ID EUM873

Titel

Beschreibung der Inseln Malta

Beschreibung

Karte zeigt die Insel Malta und Gozo.

Zeit

ca. 1550

Stecher

Münster Sebastian (1489-1552)

Sebastian Münsters (1489-1552) gehört zu den berühmten Kosmographen der Renaissance. Seine eigentliche Bedeutung auf dem Gebiet der Kartographie beruht auf seiner berühmten Kosmographie, die er 1544 mit 24 doppelseitigen Karten (u.a. Moskau und Siebenbürgen) herausgab. Das Material dafür stammte größtenteils aus Recherchen und dem Sammeln von Informationen aus der Zeit um 1528, was er anfangs nur für eine Beschreibung Deutschlands verwenden wollte, nun aber für eine Kartierung der gesamten Welt ausreichte und schließlich zu einer Kosmographie führte. Er suchte ständig dieses Werk zu verbessern, also Karten zu ersetzen oder zu ergänzen. So waren in der Ausgabe von 1550 nur noch 14 Karten aus den früheren Ausgaben übernommen worden. Auch die 52, im Text gedruckten Karten, basierten nur teilweise auf den alten Karten. Der große Erfolg dieser Kosmographie beruhte auch auf der präziesen Arbeit der Holzschnitte meist von Hans Holbein der Jüngere, Urs Graf, Hans Rudolph Deutsch und David Kandel. Es war die erste wissenschaftliche und zugleich allgemeinverständliche Beschreibung des Wissens der Welt in deutscher Sprache, worin die Grundlagen aus Geschichte und Geographie, Astronomie und Naturwissenschaften, Landes- und Volkskunde nach dem damaligen Wissensstand zusammengefasst worden sind. Unter Kosmographie versteht man die Wissenschaft von der Beschreibung der Erde und des Weltalls. Bis ins Spätmittelalter gehörten dazu auch Geographie, Geologie und Astronomie . Die Erstausgabe der Cosmographia erfolgte 1544 in deutscher Sprache, gedruckt in der Offizin von Heinrich Petri in Basel. Heinrich Petri war ein Sohn aus der ersten Ehe von Münsters Frau mit dem Basler Buchdrucker Adam Petri. Über die Hälfte aller Ausgaben bis 1628 erschien ebenfalls in deutscher Sprache. Das Werk wurde jedoch auch auf lateinisch, französisch, tschechisch und italienisch publiziert. Die englischen Ausgaben umfassten alle nur einen Teil des Gesamtwerkes. Viktor Hantzsch ermittelte 1898 noch insgesamt 46 Ausgaben (deutsch 27; lateinisch 8; französisch 3; italienisch 3; tschechisch 1) die von 1544 bis 1650 erschienen sind, während Karl Heinz Burmeister 1964 nur noch 36 (deutsch 21; lateinisch 5; französisch 6; italienisch 3; tschechisch 1) nachweisen konnte, die von 1544 bis 1628 erschienen sind. Nach der ersten Ausgabe von 1544 folgten 1545 die zweite, 1546 die dritte, 1548 die vierte und 1550 die fünfte Ausgabe, jeweils durch neue Berichte und Details, Textbilder, Stadtansichten und Karten ergänzt sowie insgesamt überarbeitet. Darüber welche Personen - nebst den Buchdruckern Heinrich Petri und Sebastian Henricpetri — die Neuausgaben nach Münsters Tod besorgten ist wenig überliefert. Die Ausgabe von 1628 wurde von dem Basler Theologen Wolfgang Meyer bearbeitet und erweitert. Sebastian Münster hat mit der Cosmographia erstmals ein Gemeinschaftswerk von gelehrten Geschichtsschreibern und Künstlern, von Verlegern, Holzschneidern und Stechern herausgegeben. Die zahlreichen Veduten sind in aller Regel als Holzschnitte ausgeführt. Sein Wissen bezog Sebastian Münster aus den Reiseberichten und Erzählungen verschiedener Gelehrter, Geographen, Kartographen und von Seereisenden. Noch lange nach seinem Tod galt die "Kosmographie" als ein beliebtes Werk, das große Auflagen erlebte: 27 deutsche, 8 lateinische, 3 französische, 4 englische und sogar 1 tschechische Ausgabe erschienen. Die letzte Auflage erschien 1650 in Basel.

Historische Beschreibung

Malta wurde seit der Ankunft von Siedlern von der Insel Sizilien um 5900 v. Chr. Bewohnt. Die phönizischen Händler kolonisierte die Inseln einige Zeit nach 1000 v. Chr. Als ihre Anlaufstelle auf ihren Handelsrouten vom östlichen Mittelmeer nach Cornwall schlossen sich den Eingeborenen der Insel den Händlern an. Die Phönizier bewohnten das Gebiet, das heute als Mdina bekannt ist, und die umliegende Stadt Rabat, die sie Maleth nannten. Die Römer, die auch viel später Mdina bewohnten, bezeichneten die Insel als Melita. Malta wurde in die arabisch-byzantinischen Kriege verwickelt, und die Eroberung Maltas ist eng mit der Eroberung Siziliens verbunden, die 827 begann, nachdem Admiral Euphemius seine byzantinischen Mitbürger verraten hatte und die Aghlabiden aufforderte, die Insel zu erobern. Die Normannen griffen Malta 1091 im Rahmen ihrer Eroberung Siziliens an. Malta wurde Teil des neu gebildeten Königreichs Sizilien, das auch die Insel Sizilien und die südliche Hälfte der italienischen Halbinsel umfasste. Das Königreich ging von 1194 bis 1266 an die Dynastie Hohenstaufen über. Während dieser Zeit, als Friedrich II. Von Hohenstaufen begann, sein sizilianisches Königreich neu zu organisieren, begannen westliche Kultur und Religion, ihren Einfluss stärker auszuüben. Malta wurde von 1282 bis 1409 vom Haus Barcelona, der herrschenden Dynastie der Krone von Aragon, regiert. Die Aragoneser unterstützten die maltesischen Aufständischen bei der sizilianischen Vesper in einer Seeschlacht in Grand Harbour im Jahr 1283. Verwandte der Könige von Aragon regierten die Insel bis 1409, als sie offiziell an die Krone von Aragon überging. Schon früh im aragonesischen Aufstieg erhielten die Söhne der Monarchen den Titel Graf von Malta. In dieser Zeit wurde ein Großteil des lokalen Adels geschaffen. 1397 kehrte die Tragfähigkeit des Komitaltitels jedoch zu einer feudalen Grundlage zurück, und zwei Familien stritten sich um die Unterscheidung, was zu Konflikten führte. Dies veranlasste König Martin I. von Sizilien, den Titel abzuschaffen. Der Streit um den Titel kehrte zurück, als der Titel einige Jahre später wieder eingeführt wurde und die Malteser, angeführt vom örtlichen Adel, gegen Graf Gonsalvo Monroy aufstanden. Die Herrschaft der Ritter endete, als Napoleon während der Französischen Unabhängigkeitskriege 1798 Malta auf seinem Weg nach Ägypten eroberte. In den Jahren vor Napoleons Eroberung der Inseln war die Macht der Ritter zurückgegangen und der Orden unbeliebt geworden. Napoleons Flotte traf 1798 auf dem Weg zu seiner Expedition nach Ägypten ein. Als Trick gegenüber den Rittern bat Napoleon um einen sicheren Hafen, um seine Schiffe wieder zu versorgen, und richtete seine Waffen gegen seine Gastgeber, sobald er sicher in Valletta war. Großmeister Hompesch kapitulierte und Napoleon marschierte in Malta ein. Am 28. Oktober 1798 schloss Kapitän Sir Sir Alexander Ball die Verhandlungen mit der französischen Garnison auf Gozo erfolgreich ab. Die 217 französischen Soldaten erklärten sich bereit, sich kampflos zu ergeben und die Insel an die Briten zu übertragen. Die Briten übertrugen die Insel an diesem Tag an die Einheimischen und sie wurde von Erzpriester Saverio Cassar im Auftrag von Ferdinand III. Von Sizilien verwaltet. Gozo blieb unabhängig, bis Cassar 1801 von den Briten getürzt wurde.

Erscheinungsort Basel
Größe (cm)28 x 16
ZustandPerfekt, dem Alter entsprechend
Koloritaltkoloriert
TechnikHolzschnitt

Nachdruck:

37.50 €

( Ein Nachdruck kann auf Anfrage individuell bestellt werden. )