Bayern von Stumpf / Bayern. Ein geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Königreiches.

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Artikel ID B0274

Titel

Bayern von Stumpf / Bayern. Ein geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Königreiches.

Beschreibung

Ein umfangreiches Handbuch von Bayern, mit zahlreichen auch seltenen Stadtansichten, nach Landgerichten geordnet, auf 1088 Seiten mit Titelblatt und Wappendarstellungen. Autor Pleickhard Stumpf. Das Geographisch-statistisch-historische Handbuch des Königreiches Bayern ist ein zweibändiges Lexikon, das von Pleikard Stumpf verfasst wurde und 1852 bzw. 1853 erschien. Der vollständige Titel lautet: „Bayern. Ein geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Königreiches. Für das bayerische Volk.“ Die Seitennummerierung ist fortlaufend. In der Hauptsache besteht das Werk aus einer Beschreibung der Regierungsbezirke mit ihren jeweiligen unmittelbaren Städten und Landgerichten und einigen darin enthaltenen „merkwürdigen“ Orten (S. 49–1040). Dem geht eine kurze Abhandlung zum Königreich Bayern (S. 5–34) und ein Verzeichnis der bayerischen Regenten (S. 35–48) voran. Am Schluss findet sich ein Ortsregister (S. 1041–1088). Die Regierungsbezirke werden in der Reihenfolge Oberbayern, Niederbayern, Pfalz, Oberpfalz, Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken, Schwaben abgehandelt. Das Schema der ca. 10 Seiten langen Beschreibungen ist hierbei immer identisch. Kurzer Abriss zur Vorgeschichte des Regierungsbezirkes. Geo- und topographische Angaben (Lage, Flächenraum und -nutzung, Gebirge, Gewässer und Klima). Wirtschaft und Infrastruktur (Landwirtschaft, Gewerbe, Industrie und Verkehrsmittel). Bevölkerung (Einwohnerzahl, Anzahl der Familien, Religionszugehörigkeit,Zahl der wehrpflichtigen Männer). Verwaltungsorgane (Landgerichte, Rent Ämter, Bauinspektionen, Forstämter). Die unmittelbaren Städte und Landgerichte des Regierungsbezirkes in alphabetischer Reihenfolge. Die ca. 3 bis 4 Seiten langen Beschreibungen haben ihrerseits das gleiche Schema, jedoch nur stich punktartig. Es folgen einzelne „merkwürdige“ Orte mit einem geschichtlichen Abriss und Angaben zur Zahl der Einwohner und Wohngebäude. Am Schluss werden die restlichen Gemeinden stich punktartig mit Zahl der Einwohner und Wohngebäude aufgelistet.

Zeit

ca. 1852

Stecher

Stumpf Pleikard Joseph (1807-1877)

Pleikard Joseph Stumpf (1807-1877) war ein deutscher Verwaltungsjurist und Archivar in Bayern. Pleikard Joseph Stumpf war Sohn des späteren Regierungsdirektors zu Würzburg Andreas Sebastian Stumpf. Er studierte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und ab 1826 an der Ludwig-Maximilians-Universität München Rechtswissenschaft. 1827 wurde er mit Karl Gustav Geib im kurzlebigen Corps Arminia München aktiv. Nach Abschluss des Studiums war er am Landgericht Würzburg tätig. Er wechselte 1832 in den Archivdienst und kam 1843 als Landtagsarchivar an das Archiv des Bayerischen Landtags in München. Neben verschiedenen Schriften über bayerische Persönlichkeiten und Gemeinden publizierte er zwei größere Werke über die Geschichte Bayerns: Bayern. Ein geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Königreiches sowie eine Sammlung von Biographien bekannter Bayern. Dieses Werk entstand aufgrund eines von der Historischen Kommission der Bayerischen Akademie gestellten Antrages und von Maximilian II. Joseph (Bayern) 1860 ausgesetzten Preises, den Stumpf für sein vorgelegtes Konzept erhielt.

Historische Beschreibung

Seit 555 ist die Existenz eines bayerischen Stammesherzogtums belegt, das unter den Merowingern Teil des fränkischen Herrschaftsbereichs wurde. Von 1180 bis 1918 wurde Bayern als Territorialherzogtum von den Wittelsbachern regiert. Bayern erlebte von 1255 bis 1503 eine Periode zahlreicher Teilungen in Einzelherzogtümer. Kurz vor der ersten Wiedervereinigung erlangte Ludwig IV. 1328 als erster Wittelsbacher die Kaiserwürde, was für Bayern einen neuen Höhepunkt der Macht bedeutete. Gleichzeitig löste sich jedoch das Fürsterzbistum Salzburg endgültig vom Mutterland Bayern. 1429 wurde nach dem Aussterben der Linie Straubing-Holland das Herzogtum Bayern-Straubing unter den Linien München, Ingolstadt und Landshut aufgeteilt. 1447 fiel Bayern-Ingolstadt an Bayern-Landshut, das seinerseits 1503 im Landshuter Erbfolgekrieg von Bayern-München gewonnen wurde. Durch das Primogeniturgesetz von Herzog Albrecht IV. von 1506 fanden die Landesteilungen ein Ende. In der Gegenreformation nahm Bayern eine führende Stellung ein und ging aus dem Dreißigjährigen Krieg mit Gebietsgewinnen und dem Aufstieg zum Kurfürstentum hervor. 1620 besiegten die Truppen der Katholischen Liga unter Führung des bayerischen Feldherrn Tilly in der Schlacht am Weißen Berge bei Prag die Protestanten. Anschließend ließ Tilly die Pfalz besetzen. Zum Dank erhielt Maximilian I. 1623 die Kurwürde und 1628 die von ihm besetzte Oberpfalz als Kriegsentschädigung. Nach dem Krieg widmete sich Kurfürst Ferdinand Maria dem Wiederaufbau des verwüsteten Landes und verfolgte eine vorsichtige Neutralitätspolitik. Während des Spanischen und Österreichischen Erbfolgekrieges und im Zuge der Großmachtpolitik Maximilians II. Emanuels und später seines Sohnes Karl Albrecht wurde das absolutistische Bayern zweimal vorübergehend von Österreich besetzt. 1705 erhob sich das bayerische Volk gegen die kaiserliche Besatzung. Erst die Schlacht von Aidenbach am 8. Januar 1706 endete mit der völligen Niederlage der Volkserhebung. Nach der Kaiserkrönung Karl Albrechts wurden weite Teile des Kurfürstentums bis 1744 erneut besetzt. Karl Albrechts Sohn Maximilian III. Joseph beendete 1745 endgültig die Großmachtpolitik seiner Vorgänger und widmete sich inneren Reformen. Nach dem Aussterben der altbayerischen Linie der Wittelsbacher entstand 1777 das Doppel-Kurfürstentum Kurpfalz-Bayern unter der Regentschaft des Kurfürsten Karl Theodor aus der pfälzischen Linie der Wittelsbacher. Zur Zeit Napoleons stand Bayern anfangs auf der Seite Frankreichs und konnte durch Säkularisation und Mediatisierung große Gebietsgewinne verzeichnen. So fielen Salzburg, Tirol, Vorarlberg sowie das 1779 verlorene Innviertel vorübergehend an Bayern. Im Frieden von Pressburg, der am 26. Dezember 1805 zwischen Frankreich und dem deutschen Kaiser Franz II. abgeschlossen wurde, wurde das mit Napoleon verbündete Bayern zum Königreich proklamiert. König Max I. Josephs Minister Maximilian Graf von Montgelas gilt dabei als Schöpfer des modernen bayerischen Staates. 1806 erfolgte die Erhebung Bayerns zum Königreich durch Napoleon Bonaparte. Bayern konnte auf dem Wiener Kongress 1814 als Siegermacht einen großen Teil der Gebietsgewinne behalten, unter anderem kamen mit der Zeit das heutige Nordbayern, Teile Schwabens und die Pfalz zu Bayern. 1918 brach die Wittelsbacher Monarchie in der Novemberrevolution zusammen. König Ludwig I., der seit 1825 regierte, baute die bayerische Hauptstadt München zur Kunst- und Universitätsstadt aus. Nach der Besetzung durch US-amerikanische Truppen wurde Bayern 1949 Teil der neu gegründeten Bundesrepublik.

Erscheinungsort München
Größe (cm)22,5 x 16 cm
ZustandEinband Hartkarton und Leder mit Goldprägung, leicht fleckig
Kolorits/w
TechnikHolzstich

Nachdruck:

105.00 €

( Ein Nachdruck kann auf Anfrage individuell bestellt werden. )