Tabula Terre Sanctae

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Artikel ID ASP1351

Titel

Tabula Terre Sanctae

Beschreibung

Karte zeigt das gesamte Heilige Land mit Titelschleife. Rückseite mit Beschreibung und prachtvollen Verzierungen von Säulen und Ornamenten. Gedruckt von M & G Trechsel.

Zeit

ca. 1535

Stecher

Ptolemy/ Fries Claudius/ Laurent (Lorenz) (1490-1531)

Lorenz (Laurent) Fries (Straßburg 1520-1531, Schaffenszeit) wurde um 1490 im Elsass geboren und bezeichnete sich einmal selbst als aus Colmar stammend, einer der Städte dieser Region. Er studierte Medizin an der Universität – oder besser gesagt an verschiedenen Universitäten –, da er offenbar eine wandernde Ausbildung absolvierte und Zeit an den Universitäten von Pavia, Piacenza, Montpellier und Wien verbrachte. Nach erfolgreichem Abschluss seiner Ausbildung ließ sich Fries als Arzt an verschiedenen Orten im Elsass nieder, mit einem kurzen Aufenthalt in der Schweiz, bevor er sich um 1519 in Straßburg niederließ. Zu diesem Zeitpunkt hatte er sich bereits einen Ruf als Autor medizinischer Werke erworben und mehrere Publikationen vorzuweisen. Auf diese Weise lernte Fries den Straßburger Drucker und Verleger Johann Grüninger kennen, einen Mitarbeiter der Gelehrtengruppe von St. Die, die unter anderem aus Walter Lud, Martin Ringmann und Martin Waldseemüller bestand. Grüninger war für den Druck mehrerer von Waldseemüller angefertigter Karten sowie für die Überwachung des Zuschnitts der Karten für die von der Gruppe herausgegebene Ausgabe von Ptolemäus aus dem Jahr 1513 verantwortlich. Diese Begegnung sollte eine wichtige Wendung in Fries’ Leben einleiten, und in den folgenden fünf Jahren, von etwa 1520 bis etwa 1525, arbeitete er in gewisser Weise als kartografischer Herausgeber mit Grüninger zusammen und nutzte dabei das von Waldseemüller geschaffene Materialkorpus. Die erste von Fries herausgegebene Ausgabe von Ptolemäus’ „Geographia“ erschien 1522 in Straßburg; sie enthielt Karten, die von denen Martin Waldseemüllers aus der Ptolemäus-Ausgabe von 1520 kopiert und neu gestochen worden waren, sowie einen von Pirckheimer bearbeiteten Text. Im Jahr 1525 wurde in Straßburg eine zweite Ausgabe gedruckt. Nach dem Tod von Fries und Gruninger wurden die Druckplatten von den Brüdern Melchior und Gaspar Treschel erworben, die 1535 in Lyon eine dritte Ausgabe druckten. Für den Text stützten sich die beiden Herausgeber auf die Überarbeitung von Michael Servetus, der Pirckheimers Text überarbeitet hatte. Schließlich veröffentlichte Gaspare Treschel 1541 in Vienne in der Dauphiné diese vierte Ausgabe, erneut mit Servetus’ Text. In dieser Ausgabe erfuhr der Text im Vergleich zur ersten Straßburger Ausgabe von 1522 zahlreiche Änderungen, Korrekturen und Ergänzungen, doch die Holzschnitte blieben unverändert. Claudius Ptolemäus (ca. 100–160 v. Chr.) liefert in seiner „Geographia“ eine Liste mit geografischen Koordinaten in Form von sphärischen Längen- und Breitengraden für fast zehntausend Orte auf der Erdoberfläche, wie sie zu seiner Zeit bekannt waren. Die Liste ist in „Tabulae“ gegliedert, die bestimmten Regionen der damals bekannten drei Kontinente Afrika, Asien und Europa entsprechen. Die Forschung zu Ptolemäus’ Geographia begann in den 1980er Jahren an der Universität Thessaloniki in Griechenland und konzentrierte sich hauptsächlich, wenn auch nicht ausschließlich, auf Daten zu Gebieten, die heute unter der Souveränität des modernen griechischen Staates stehen. Die Welt des Ptolemäus ist in Regionen unterteilt, da jedes Kapitel sich auf eine davon bezieht, wodurch das Konzept des Atlas, wie es heute verstanden wird, entsteht.

Historische Beschreibung

Die ersten archäologisch nachgewiesenen Spuren einer früh- oder protoisraelitischen Besiedlung der Maschrek-Region gehen auf die Zeit zwischen dem 12. und dem 11. Jahrhundert v. Chr. Zurück. Jerusalem wurde nach biblischer Überlieferung etwa 1000 v. Chr. durch David von den Jebusitern erobert und als Hauptstadt seines Großreiches auserkoren. Das Land wurde in weiterer Folge Teil des Perserreichs, dann des Reiches von Alexander dem Großen, zuletzt des Reichs der Seleukiden. Der Aufstand der Makkabäer 165 v. Chr. brachte Israel noch einmal für etwa 100 Jahre staatliche Unabhängigkeit. 63 v. Chr. begann die Zeit der römischen Oberherrschaft. Die Römer gliederten das Gebiet in zwei Provinzen auf: Syria im Norden, Judäa im Süden. Im Zuge der islamischen Expansion geriet das Gebiet 636 unter arabische Herrschaft. Seit dieser Zeit wurde Palästina mehrheitlich von Arabern bewohnt. Die Kreuzfahrer beherrschten von 1099 bis 1291 das von ihnen so bezeichnete „Lateinische Königreich Jerusalem“. Es folgten die Mamluken von 1291 bis 1517 und dann die osmanische Herrschaft von 1517 bis 1918. Keine dieser Obrigkeiten hatte für Palästina eine eigene Verwaltung vorgesehen oder das Gebiet als selbstständige geographische Einheit betrachtet. Auch für die Osmanen war die Region ein Teil Syriens, wohl auf die römische Bezeichnung Syria zurückgehend.

Erscheinungsort Lyon
Größe (cm)29 x 41 cm
ZustandRiß links fachmännisch restauriert
Koloritaltkoloriert
TechnikHolzschnitt