Sabatz. Das sechst alter der welt

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Artikel ID EUY5592

Titel

Sabatz. Das sechst alter der welt

Beschreibung

Doppelblatt zeigt links die Festung von Sabac in Serbien an der Save nähe Belgrad. Darunter Abbildungen von zwei Königen. Rechte Seite zeigt einen Kometen und eine Abbildung eines Herzogs. Auf der Rückseite links Abbildung von Hercules Herzog zu Ferraria und die "Beschneidung". Rechte Seite der Geschichtsschreiber Platina. Aus Liber chronicarum, des sogenannten kleinen Schedel herausgegeben von Johann Schönsperger d. Ä., 1497. Der erste große Raubdruck in der Geschichte des Buchdrucks.

Zeit

ca. 1497

Stecher

Schedel Hartman (1440-1515)

Hartmann Schedel (1440–1515) aus Nürnberg ist vor allem für die 1493 erschienene Schedelsche Weltchronik („Liber chronicarum“) bekannt, ein universalhistorisches Werk mit 1809 Holzschnitten – das reich bebilderteste Buch der frühen Druckgeschichte. Die Chronik, von Schedel in Latein für die Kaufleute Sebald Schreyer und Sebastian Kammermeister verfasst, wurde von Georg Alt ins Deutsche übersetzt und von Anton Koberger gedruckt. Die Illustrationen stammen aus der Werkstatt von Michael Wolgemut und Wilhelm Pleydenwurff. Die Chronik beschreibt die Weltgeschichte bis 1492/93, gegliedert in acht Weltalter, und basiert auf zahlreichen Quellen, u.a. Jacobus Foresta und Eneas Silvio Piccolomini. Besonders bedeutsam sind die authentischen Städteansichten, die erstmals viele Städte detailgetreu zeigen. Pleydenwurff führte eine neue Perspektive ein, die Städte aus einem festen Blickwinkel darstellt, was die Einmaligkeit der Stadtbilder betont. Die Finanzierung erfolgte u.a. durch den Mäzen Sebald Schreyer.

Historische Beschreibung

Am Ende des 14. Jahrhunderts drängten die Türken mehrmals gegen Serbien vor, das sich einer militärischen Besatzung hartnäckig widersetzte und die ersten Schlachten hauptsächlich für sich entscheiden konnte, darunter die Schlacht bei Dubravnica 1381 sowie die Schlacht bei Pločnik 1386. Wenige Jahre später kam es zur Schlacht auf dem Amselfeld (Kosovo Polje), indem das letzte verbliebene christliche Reich Südosteuropas unterworfen werden sollte und somit das letzte Hindernis zur Übernahme des Byzantinischen Reiches mit dessen Hauptstadt Konstantinopel durch die Osmanen beseitigt gewesen wäre. Im Ergebnis aber war der Widerstand der serbischen Fürsten gegen einen militärischen beziehungsweise zahlenmäßig überlegenen Gegner derart geschwächt, dass das serbische Heer und seine Verbündeten im Jahr 1389 vernichtend geschlagen worden waren. Diese Schlacht wurde später zum nationalen Mythos der Serben verklärt. 1459 wurde Serbien endgültig von den Osmanen erobert und blieb bis 1804 Teil des Osmanischen Reiches.

Besonderheiten Deutsche Ausgabe, seltene
Erscheinungsort Augsburg
Größe (cm)23,5 x 34,5 cm
ZustandWurmlöcher fachmännisch hinterlegt
Koloritaltkoloriert
TechnikHolzschnitt