Portugesen werden von den Holländern bey Malacca in die Flucht geschlagen.

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Artikel ID ASS1119

Titel

Portugesen werden von den Holländern bey Malacca in die Flucht geschlagen.

Beschreibung

Ansicht zeigt die Stadt Malakka in Malaysia. Die Portugiesen werden dort von den Holländern in die Flucht geschlagen. Tafel 88 aus de Bry, India Orientalis II.

Zeit

ca. 1612

Stecher

Bry, de Theodor, Dietrich (1528-1598)

Theodor de Bry (1528–1598) war ein Frankfurter Kupferstecher und Verleger, der ab 1590 zwei der bedeutendsten frühneuzeitlichen Reiseberichtsammlungen herausgab: die West-Indischen (Amerika) und Ost-Indischen Reisen. Beide Serien, reich illustriert mit Kupferstichen, erschienen auf Deutsch und Latein und richteten sich an ein europäisches Publikum. Unterstützt von seinen Söhnen Johann Theodor und Johann Israel veröffentlichte de Bry sechs Teile vor seinem Tod. Das Werk wurde bis 1634 von seinen Nachkommen weitergeführt und umfasste schließlich 25 Bände mit über 1500 Kupferstichen. Er schuf 1594 die Ankunft von Kolumbus in der Neuen Welt. Die West-Indischen Reisen (hrsg. 1590–1618) berichteten von der Entdeckung und Eroberung Amerikas durch die Europäer, während die Ost-Indischen Reisen den Aufstieg Hollands zur Handelsmacht in Asien um 1600 mitverfolgten. Beide Serien erschienen deutsch und lateinisch, waren für ein europäisches Publikum bestimmt und reich mit Kupferstichen illustriert.

Historische Beschreibung

Die Halbinsel wird schon vom antiken Geographen Claudius Ptolemäus im zweiten nachchristlichen Jahrhundert unter dem Namen Chryse Chersonesos (Goldene Halbinsel) beschrieben. Ursprünglich wurde Malakka von den Chinesen als Sammel- und Umschlagplatz für Gewürze (insbesondere Pfeffer von den Molukken) und Sandelholz von Timor gegründet. Aufgrund seiner günstigen Lage entwickelte es sich jedoch schnell zu einem florierenden Handelshafen, in dem Araber, Inder und Chinesen ihre Waren tauschten. Bis ins 15. Jahrhundert blieb die Stadt quasi eine chinesische Kolonie und somit eine Art Brückenkopf der Chinesen zum Indischen Ozean. Im 15. Jahrhundert war Malakka Sitz eines malaiischen Sultans. Malakka galt zwischen dem 13. und dem 17. Jahrhundert als wichtigste östliche Drehscheibe im internationalen Gewürzhandel rund um den Indischen Ozean. Die Stadt, an kritischer Stelle zur Kontrolle der Schifffahrtswege zwischen malaiischer Halbinsel und Sumatra. Die Handelsrouten der auch in Europa höchst begehrten Gewürznelken und Muskatnüsse begannen auf den Inseln Halmahera, Tidore und Ternate südlich von Papua; javanische Schiffe brachten in Monsun-bedingter, anderthalbjähriger Reise die Gewürze nach Malakka und teils weiter an Indiens Ost- und Westküsten. Großenteils arabische Händler brachten die Ware bis nach Kairo und Alexandria, von wo vor 1510 meist genuesische und venezianische Händler die Ware nach Europa brachten. 1509 erreichten unter Diogo Lopes de Sequeira erstmals portugiesische Schiffe Malakka. Im 16. Jahrhundert waren die Handelswege stark von der Jahreszeit abhängig. Die portugiesischen Karavellen verließen Goa im September mit dem südwärts wehenden Monsun. Von Malakka aus wurden dann indische Waren auf Java gegen chinesische Kupfermünzen getauscht. Dafür erhielt man weiter im Osten auf Sumbawa Reis und einfache Baumwollstoffe, die wiederum auf den Banda-Inseln und Ternate gegen Gewürze getauscht wurden. 641 eroberten die Niederländer Malakka und beherrschten die Stadt bis 1824. Bis zur Unabhängigkeit im Jahre 1957 gehörte die Stadt wie die gesamte malaiische Halbinsel als British Malaya und Teil der Straits Settlements zum britischen Kolonialreich.

Erscheinungsort Frankfurt am Main
Größe (cm)24,5 x 17 cm
ZustandPerfekter Zustand
Koloritkoloriert
TechnikKupferstich

Nachdruck:

55.50 €

( Ein Nachdruck kann auf Anfrage individuell bestellt werden. )