Adina Sommer`s antike Landkarten und zeitgenössische Kunst

Moravia

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Artikel ID EUT2664
Stecher Hondius Hendrik (1597-1650)
Jodocus Hondius (Josse de Hondt) (1563 -1612 ) war ein flämischer Kartograph und Verleger von Atlanten und Karten und wurde als Sohn von Olivier de Hondt und Petronella d'Havertuyn im flandrischen Wakken geboren. Noch in seiner frühesten Jugend zog die Familie nach Gent, wo Jodocus im Alter von acht Jahren eine Lehre als Kupferstecher begann. Im Jahr 1584 floh Jodocus nach London, um den religiösen Wirren in Flandern im Zuge des Freiheitskampfs der Niederlande zu entkommen. In London lernte er bei Richard Hakluyt und Edward Wright, bevor er 1593 nach Amsterdam ging und sich dort auf die Produktion von Karten und Globen spezialisierte. Zwei seiner Globen hat Jan Vermeer in seinen Gemälden- Der Astronom und Der Geograph- verewigt. 1600 fertigte er einen Himmelsglobus an, der zwölf neue Sternbilder des Südhimmels zeigte, die von dem niederländischen Navigator Pieter Dirkszoon Keyser entdeckt worden waren. Im Jahr 1604 kaufte Hondius die Druckplatten von Mercators Weltatlas, der zu dieser Zeit an Popularität gegenüber dem Theatrum Orbis Terrarum von Abraham Ortelius zurückgefallen war. Hondius fügte ungefähr vierzig eigene Karten hinzu und veröffentlichte diese erweiterte Ausgabe ab 1606 unter dem Namen Mercators und seinem eigenen als Verleger. Dieser Atlas, der in mehreren Auflagen erschien, wird heute als Mercator-Hondius-Atlas bezeichnet. "
Titel Moravia
Zeit ca. 1627
Beschreibung Karte zeigt gesamt Mähren
Mähren entwickelte sich schon in der vorgeschichtlichen Zeit beiderseits der Bernsteinstraße. Um 60 v. Chr. zogen die keltischen Boier aus dem Gebiet ab und wurden durch germanische Markomannen und Quaden ersetzt, welche um 550 n. Chr. zusammen mit den Rugiern in das Alpenvorland weiterzogen. Das heutige Mähren war nach der verheerenden Niederlage gegen die Ungarn für kurze Zeit noch unabhängig und kam etwa 955 unter böhmische Oberhoheit. Nachdem es von 999 bis 1019 kurzzeitig von Polens Herrscher Boleslaw Chrobry regiert wurde, wurde Mähren 1031 endgültig böhmisch. Das Fürstentum und spätere Königreich Böhmen wurde von der Dynastie der Přemysliden regiert, und zwar bis zu ihrem Aussterben in männlicher Linie im Jahr 1305 . Seit dem Jahr 1031 verläuft die mährische Geschichte fast ununterbrochen parallel zur Geschichte Böhmens. Nach dem Aussterben der Přemysliden wurde das Königreich bis 1437 vom Haus Luxemburg regiert. Die Dynastien der Přemysliden und der Luxemburger stellten auch die mährischen Markgrafen, so u. a. den späteren König Ottokar II. Přemysl, den späteren König und Kaiser Karl IV. und dessen Neffen, den größtenteils selbständig herrschenden Markgrafen Jobst von Mähren. Im Jahre 1469 rückte der ungarische König Matthias Corvinus mit seiner Streitmacht nach Mähren ein, um seinen Schwiegervater Georg von Podiebrad, dessen Tochter Katharina er 1461 geheiratet hatte, als böhmischen König zu stürzen. Matthias konnte aber das eigentliche Böhmen nie erobern, seine Herrschaft erstreckte sich nur über die böhmischen Nebenländer Mähren, Schlesien (mit Breslau), Ober- und Niederlausitz. Trotzdem nannte er sich seit 1469 böhmischer König und ließ sich 1471 krönen. Bereits 1526 bildete sich im Raume Nikolsburg um Balthasar Hubmaier eine der ersten Gütergemeinschaften der radikal-reformatorischen Täuferbewegung. Die nach der Hinrichtung Hubmaiers 1528 drohende Auflösung der Wiedertäufergemeinde verhinderte der aus Tirol stammende Jakob Hutter. Nach ihm wurden die Wiedertäufer auch Hutterische Brüder genannt. Während der Katholischen Reform und der Rekatholisierung, die besonders die Jesuiten durchführten, konnten viele Kirchen wieder katholisch geweiht werden. Hauptstadt Mährens und Sitz der Markgrafen war seit der Herrschaft der Luxemburger bis 1641 das zentral gelegene Olmütz. Danach wurde das größere Brünn die Hauptstadt des Landes. Als Markgrafschaft Mähren bildete das Land im Kaisertum Österreich bzw. seit 1867 in der westlichen Reichshälfte Österreich-Ungarns ein eigenes Kronland. Nach dem Ausscheiden Ungarns aus dem Kaisertum und der Schaffung der Realunion Österreich-Ungarn 1867 wurden die verbliebenen Kronländer amtlich als Cisleithanien bzw. die im Reichsrat vertretenen Königreiche und Länder bezeichnet.
Erscheinungsort Amsterdam
Größe (cm)33,5 x 43
ZustandBreitrandiges Exemplar
Koloritaltkoloriert
TechnikKupferstich

Nachdruck:

52.50 €

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