Adina Sommer
Antike und zeitgenössische Kunst
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Leodiensis Diocesis Typus.
| Artikel ID | EUB5620 |
Titel | Leodiensis Diocesis Typus. |
Beschreibung | Die Karte zeigt eine detaillierte Darstellung der Diözese Lüttich, die zu jener Zeit eine bedeutende kirchliche Region war. Dieses Gebiet gehört heute zu Belgien und den Niederlanden. Des Weiteren zwei prachtvolle Rollwerkkartuschen und der Kupferstecher Babtista Doetecomius ist in der rechten unteren Ecke namentlich genannt. Die Rückseite enthält einen lateinischen Text, eine Initiale und einen dekorativen Abschluss in Form eines Ornaments, S. 223. |
| Zeit | ca. 1623 |
Stecher | Hondius Hendrik (1597-1650) |
Jodocus Hondius (Josse de Hondt) (1563 -1612 ) war ein flämischer Kartograph und Verleger von Atlanten und Karten und wurde als Sohn von Olivier de Hondt und Petronella d'Havertuyn im flandrischen Wakken geboren. Noch in seiner frühesten Jugend zog die Familie nach Gent, wo Jodocus im Alter von acht Jahren eine Lehre als Kupferstecher begann. Im Jahr 1584 floh Jodocus nach London, um den religiösen Wirren in Flandern im Zuge des Freiheitskampfs der Niederlande zu entkommen. In London lernte er bei Richard Hakluyt und Edward Wright, bevor er 1593 nach Amsterdam ging und sich dort auf die Produktion von Karten und Globen spezialisierte. Zwei seiner Globen hat Jan Vermeer in seinen Gemälden- Der Astronom und Der Geograph- verewigt. 1600 fertigte er einen Himmelsglobus an, der zwölf neue Sternbilder des Südhimmels zeigte, die von dem niederländischen Navigator Pieter Dirkszoon Keyser entdeckt worden waren. Im Jahr 1604 kaufte Hondius die Druckplatten von Mercators Weltatlas, der zu dieser Zeit an Popularität gegenüber dem Theatrum Orbis Terrarum von Abraham Ortelius zurückgefallen war. Hondius fügte ungefähr vierzig eigene Karten hinzu und veröffentlichte diese erweiterte Ausgabe ab 1606 unter dem Namen Mercators und seinem eigenen als Verleger. Dieser Atlas, der in mehreren Auflagen erschien, wird heute als Mercator-Hondius-Atlas bezeichnet. | |
Historische Beschreibung | Der Name in römischer Zeit war Leodicum bzw. Vicus Leodicus. 717 entwickelte sich die Stadt als Bischofssitz und war im Mittelalter ein bedeutendes politisches und kulturelles Zentrum. Im ausgehenden Mittelalter gehörte es zum Territorium des Hochstifts Lüttich. Die regierenden Fürstbischöfe von Lüttich entstammten meist dem Adel des Heiligen Römischen Reiches. m Jahr 1789 kam es, zum Teil in Verbindung mit der Französischen Revolution, zur sogenannten Lütticher Revolution. Sie richtete sich gegen die absolutistische Herrschaft des Fürstbischofs Cäsar Constantin Franz von Hoensbroech und wurde Anfang 1791 von Truppen im Auftrag des Heiligen Römischen Reiches niedergeschlagen. Lüttich ist eine Wiege der kontinentaleuropäischen Kohle- und Stahlindustrie. 1795 wurde Lüttich von französischen Truppen besetzt, dem Département de l’Ourthe zugeordnet und Teil der Ersten Französischen Republik. Nach dem Sturz Napoleon Bonapartes kam es 1815 zum Königreich der Vereinigten Niederlande und wurde 1830 Teil des unabhängigen Königreiches Belgien. Bereits 1720 hatte die erste Dampfmaschine auf dem europäischen Festland in einer Kohlemine nahe Lüttich ihren Betrieb aufgenommen. Von hier aus breitete sich die Industrialisierung ab Anfang des 19. Jahrhunderts über den gesamten Kontinent aus. Insbesondere hatte das Stahlunternehmen Cockerill-Sambre seinen Stammsitz in der Nähe von Lüttich. |
| Besonderheiten | Lateinische Ausgabe |
| Erscheinungsort | Amsterdam |
| Größe (cm) | 33 x 48,3 cm |
| Zustand | Gebräunt, Falz etwas restauriert |
| Kolorit | altkoloriert |
| Technik | Kupferstich |


