Adina Sommer`s antike Landkarten und zeitgenössische Kunst

Flaggen aller Seefahrenden Potenzen und Nationen in der gantzen Weldt

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Artikel ID DH0273
Stecher Homann Johann Babtiste (1664-1724)
Johann Babtiste Homann (1664- 1724), Nürnberg. Im Jahr 1702 gründete er einen Handel und einen Verlag für Kartographie in Nürnberg, der zahlreiche Globen und Karten publizierte. Eine erste Zusammenstellung erschien 1707. Homann lieferte etwa 200 Karten, darunter den Großen Atlas über die ganze Welt in 126 Blättern (1716) und den Atlas methodicus (1719) in 18 Blättern. Bekannt wurde seine Phantasiekarte accurata tabulae utopiae vom Schlaraffenland nach der fiktiven Reisebeschreibung Johann Andreas Schnebelin ( 1706). Daneben fertigte er auch Armillarsphären und andere mechanische Kunstwerke. Homann unterbot die Preise der holländischen und französischen Verleger und wurde im Deutschland des 18. Jahrhunderts der bedeutendste Herausgeber von Landkarten und Atlanten. Seine Karten waren mit reichem künstlerischem Beiwerk sowie historischen und ethnographischen Abbildungen ausgestattet.
Titel Flaggen aller Seefahrenden Potenzen und Nationen in der gantzen Weldt
Zeit ca. 1716
Beschreibung Karte zeigt die Flaggen aller seefahrenden Nationen
Die Geschichte der Heraldik teilt sich in drei wesentliche Perioden ein. Die Zeit etwa vom 11. bis ins 13. Jahrhundert hinein, in der der Schild mit dem Bild das eigentliche Wappen darstellt. Dann die Zeit etwa vom 13. bis zum 15. Jahrhundert, die Blütezeit der Heraldik, in welcher Helm und Schmuck (wie Flügel, Federn, Hörner, Hüte, Rümpfe) zum Schild hinzutreten. Dauf folgte die Zeit seit des 16. Jahrhunderts, in welcher der Schild nicht mehr als Waffe, sondern nur noch als Ehrenzeichen dient und immer mehr unwesentliche Zutaten dazukamen. Es war Brauch, dass die Krieger und besonders die Heerführer der Völker Babylons, Persiens und Chinas auf ihre Schilde und Fahnen verschiedene Zeichen und Figuren setzten. Auch auf den Schilden der alten Griechen finden sich verschiedene Tiere wie Löwen, Pferde, Hunde, Eber oder Vögel. Des Weiteren hatten auch die Legionen und Kohorten Roms ihre eigenen Symbole und Insignien. Mit dem aufkommenden Feudalismus des Mittelalters wählten die Herrscherhäuser eigene Symbole aus. Bei den großen Feldzügen konnten dabei Dutzende Adelshäuser gemeinsam ausziehen, und ihre Rüstungen hatten zunehmend weniger Gestaltungsunterschiede aufzuweisen. So wurden die Farben und Symbole auf den Schilden zunehmend wichtiger, und man kombinierte mehrere Farben in einfachen geometrischen Formen. Einen weiteren Grund zur Dartellung von Wappen, lieferten Ritterturniere, die zugleich Waffenübung und Schaustellung war. Wer in einem Zweikampf unterlag, verlor damit oft Pferd und Rüstung, eine damals sehr kostspielige Angelegenheit. Unter der Vollrüstung des frühen 12. Jahrhunderts konnte man die Ritter kaum erkennen, daher trugen die Turnierteilnehmer ihr eigenes Wappen oder das ihres Lehnsherrn auf den Schilden. Die Bedeutung der Ritterturniere schwand mit der aufkeimenden Renaissance, die zügige Verbreitung der Feuerwaffen im 16. Jahrhundert setzten dann der Auseinandersetzung mit Schild, Lanze, Rüstung und Schwert ein schnelles Ende. Die Wappen hatten mittlerweile jedoch auch eine hoheitliche Funktion bekommen. Die meisten Ritter des Mittelalters waren Analphabeten, die Kenntnis der Wappensymbole erlaubte ihnen jedoch die Zuordnung von Dokumenten. Die heraldischen Elemente verloren ihren Eigenwert und wurden zum Teil wieder rein dekorativ eingesetzt als bloße Füllung üppig gestalteter Kartuschen.
Erscheinungsort Nürnberg
Größe (cm)49,5 x 58,5
ZustandFalz unten leicht restauriert
Koloritaltkoloriert
TechnikKupferstich

Nachdruck:

270.00 €

( Ein Nachdruck kann auf Anfrage individuell bestellt werden. )