Adina Sommer
Antike und zeitgenössische Kunst
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Cosmographia. Petri Apiani, per Gemmam Frisium
| Artikel ID | B0347 |
Titel | Cosmographia. Petri Apiani, per Gemmam Frisium |
Beschreibung | Atlas mit gefalteter Holzschnitt-Weltkarte in Herzform, zahlreiche Textholzschnitte, beweglichen Sphären sowie Zeiger und Druckermarke. Insgesamt 66 Blättern, einem Titelblatt, eine Weltfaltkarte. |
| Zeit | ca. 1545 |
Stecher | Apian & Frisius Peter & Gemma (1495-1552) |
Peter Apian (1495–1552) war ein deutscher Astronom, Mathematiker und Kartograph, außerdem Drucker und Herausgeber. Apian sammelte ausgedehnte Beobachtungsdaten zu Planetenbewegungen und entwickelte wissenschaftliche Instrumente, die dazu dienten, diese Planetenbewegungen am mechanischen Modell vorherzusagen. Zum Teil handelte es sich dabei um in seinen Bücher eingeheftete Papierscheiben, die sich gegeneinander drehen ließen. Wie diese sogenannten Volvellen zu bedienen sind, erklärte Apian im Verlauf seiner Texte genau.Im Rahmen dieser Tätigkeit entwickelte Apian eine Methode zur Messung geografischer Längen mittels Monddistanzen zu Sternen. 1527 veröffentlichte er als erster abendländischer Autor, noch vor Blaise Pascal, eine Variante des Pascalschen Dreiecks, das früher bereits bei arabischen und chinesischen Autoren vorkam. Beobachtungen des Halleyschen Kometen im Jahre 1531 ließen Peter Apian erkennen, dass der Schweif des Kometen stets in die der Sonne entgegengesetzte Richtung zeigt. Mit seiner erstmals 1524 erschienenen Cosmographia schuf er eines der wichtigsten Lehrbücher der Renaissance, das astronomische, geographische und navigatorische Kenntnisse vereinte. Gemma Frisius (1508–1555), niederländischer Astronom, Mathematiker und Instrumentenbauer, überarbeitete und erweiterte die Cosmographia ab 1529. Er ergänzte das Werk um neue Instrumente, Anleitungen und die Beschreibung der Triangulation, wodurch die späteren Ausgaben große Verbreitung fanden. | |
Historische Beschreibung | Die Geschichte der westlichen Astrologie lässt sich in ihren Ursprüngen bis in die vorchristliche Zeit in Babylonien bzw. Mesopotamien und Ägypten zurückverfolgen. Ihre in Grundzügen noch heute erkennbaren Deutungs- und Berechnungsgrundlagen erfuhr die Astrologie im hellenistisch geprägten griechisch-ägyptischen Alexandria. Aus ihr ging die Astronomie als deutungsfreie Beobachtung und mathematische Erfassung des Sternenhimmels hervor. In Europa hatte die Astrologie eine wechselvolle Geschichte. Nach der Erhebung des Christentums zur Staatsreligion im Römischen Reich wurde sie teils bekämpft, teils ans Christentum angepasst und zeitweilig auch ins Abseits gedrängt. Die heute inhaltlich strenge Trennung von Astronomie/astronomia und Astrologie/astrologia gab es bis in die Spätantike hinein so nicht. Beide Begriffe konnten jeweils die Deutung des angeblichen Effektes der Himmelskörper auf die sogenannte sublunare Sphäre, mithin die Erde, meinen, oder die Himmelsbeobachtung zum Zweck der Erfassung wie Erforschung der Himmelskörperbewegungen. Entsprechend fanden die astrologischen Aspekte der Sternkunde bei antiken Astronomen wie Ptolemäus oder Hipparch Interesse und Anerkennung. Die Astrologie beruhte bis ins 18. Jahrhundert vielfach auf der Annahme, dass es einen physikalischen Zusammenhang zwischen den Positionen und Bewegungen von Planeten sowie Sternen und irdischen Ereignissen gebe, die beispielsweise auf das Wetter, die Landwirtschaft und in der Medizin wirken sollte. Aus dem 2. Jahrhundert sind zwei umfangreiche Kompendien der damaligen klassisch-hellenistischen Astrologie in griechischer Sprache erhalten. Das aus abendländischer Sicht bedeutendere war das vierbändige Tetrabiblos des Claudius Ptolemäus. Es war als systematisches Lehrbuch zur Astrologie konzipiert, über deren Grundlagen im 1., die Mundanastrologie im 2. Band sowie im 3. und 4. Band über die Geburtshoroskop-Astrologie, also zur Erstellung eines Horoskops für den Zeitpunkt der Geburt eines Menschen und dessen Deutung. Mit dem Aufkommen des Buchdrucks setzte die Produktion zahlreicher populär-astrologischer Schriften wie Vorhersagen, Jahresprognosen, Almanachen und Darstellungen der astrologischen Medizin ein. Die sogenannte astronomische Revolution, der Übergang vom geozentrischen Weltbild zur heliozentrischen Betrachtung des Universums, beeinträchtigte die Astrologie nicht. Viele der Protagonisten der neuen Astronomie, darunter Nikolaus Kopernikus (In seinem Hauptwerk De revolutionibus orbium coelestium von 1543 beschreibt er ein heliozentrisches Weltbild, nach dem die Erde ein Planet sei, sich um ihre eigene Achse drehe und sich zudem wie die anderen Planeten um die Sonne bewege) und Tycho Brahe, Johannes Kepler oder Galileo Galilei, betrieben zugleich astrologische Studien und waren nicht an das geozentrische oder heliozentrische Weltbild gebunden. Keplers Planetenbahn-Berechnungen ermöglichten dann zum ersten Mal in der Astronomiegeschichte exakte Angaben der Planetenpositionen in den Ephemeriden, welche auch die Astrologie brauchte, nachdem das Kopernikanische Modell der – nicht zutreffenden – kreisrunden Planetenbahnen in dessen heliozentrischen Kosmosmodell zu keiner Genauigkeitsverbesserung der Ephemeriden gegenüber den Alfonsinischen Tafeln geführt hatte. |
| Besonderheiten | 2. Ausgabe mit Herzweltkarte, selten |
| Erscheinungsort | Antwerpen |
| Größe (cm) | 22,3 x 15,5 cm |
| Zustand | Einband aus Kalbsleder mit Prägung |
| Kolorit | altkoloriert |
| Technik | Holzschnitt |

