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Adina Sommer
Antike und zeitgenössische Kunst
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Massilia / der werlt Blat LXI
| Artikel ID | EUF5624 |
Titel | Massilia / der werlt Blat LXI |
Beschreibung | Ansicht der Stadt Marseille, heute die Hauptstadt des Départements Bouches-du-Rhône und der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Rückseite mit insgesamt fünf Abbildungen von Philosophen und Propheten. |
| Zeit | ca. 1493 |
Stecher | Schedel Hartman (1440-1515) |
Hartmann Schedel (1440–1515) aus Nürnberg ist vor allem für die 1493 erschienene Schedelsche Weltchronik („Liber chronicarum“) bekannt, ein universalhistorisches Werk mit 1809 Holzschnitten – das reich bebilderteste Buch der frühen Druckgeschichte. Die Chronik, von Schedel in Latein für die Kaufleute Sebald Schreyer und Sebastian Kammermeister verfasst, wurde von Georg Alt ins Deutsche übersetzt und von Anton Koberger gedruckt. Die Illustrationen stammen aus der Werkstatt von Michael Wolgemut und Wilhelm Pleydenwurff. Die Chronik beschreibt die Weltgeschichte bis 1492/93, gegliedert in acht Weltalter, und basiert auf zahlreichen Quellen, u.a. Jacobus Foresta und Eneas Silvio Piccolomini. Besonders bedeutsam sind die authentischen Städteansichten, die erstmals viele Städte detailgetreu zeigen. Pleydenwurff führte eine neue Perspektive ein, die Städte aus einem festen Blickwinkel darstellt, was die Einmaligkeit der Stadtbilder betont. Die Finanzierung erfolgte u.a. durch den Mäzen Sebald Schreyer. | |
Historische Beschreibung | Marseille ist heute die zweitgrößte und älteste Stadt Frankreichs. Am Mittelmeer ist Marseille die wichtigste französische und eine bedeutende europäische Hafenstadt. Der antiken Legende nach entstand die Stadt, als griechische Seefahrer aus Phokaia die Mittelmeerküste erkundeten. Griechische Seehändler aus Phokaia in Kleinasien besuchten im 7. Jahrhundert v. Chr. regelmäßig die Südküste Frankreichs nahe der Mündung der Rhone, um mit den ligurischen Stämmen Handel mit Zinn und Bronze und im Gegenzug Töpferwaren und Schmuck, zu betreiben. An der schroffen und felsigen Küste waren geschützte Landeplätze rar, so steuerte man den natürlichen Hafen des heutigen Marseille an, wo die Galeeren vor Wind und Wellen geschützt waren. Um das Jahr 545 v. Chr. kamen laut Herodot erneut Zuwanderer aus Phokaia in die Stadt. Sie waren geflohen, nachdem Harpagos, Feldherr des Königs Kyros II. von Persien, Phokaia erobert hatte. Es gab immer wieder Konflikte mit den Gallien beherrschenden keltischen Stämmen und 125 v. Chr. rief Massalia die Truppen des Römischen Reiches um Hilfe gegen die Angriffe gallischer Stämme. Die Stadt blieb sie bis zum Ende des Römischen Reiches dessen Bestandteil und verlor nun schrittweise ihren griechischen Charakter. Anfang des 5. Jahrhunderts n. Chr. wurde am Südufer des Alten Hafens das Kloster Saint-Victor gegründet, das von 750 bis 960 die Residenz der Bischöfe von Marseille sein sollte. Mehrfach war die Stadt umkämpft und fiel an unterschiedliche Herrscher Reiche. Sowohl an die Sarazenen oder Niederburgunder, um 1218 wurde Marseille zur selbstständigen Republik, doch 1481 der Krone Frankreichs einverleibt. 1575 erfolgte die Übergabe an Heinrich III. 1660 entzog Ludwig XIV. Marseille ihre Freiheiten, die Statd war seitdem eine gewöhnliche See- und Handelsstadt. Die Bevölkerung von Marseille war seit jeher stolz und unabhängig und im ganzen Land dafür bekannt, sich gerne gegen die Obrigkeit und den König aufzulehnen. Im Jahr 1792 schickte die Stadt 500 freiwillige Kämpfer, um die neue Regierung während der Französischen Revolution zu unterstützen. Das von den Kämpfern aus Marseille in den Straßen von Paris gesungene Lied wurde als die Marseillaise bekannt. Am 14. Juli 1795 wurde die Marseillaise zur französischen Nationalhymne erklärt |
| Besonderheiten | Aus der berühmten Schedelschen Weltchronik, deutsche Ausgabe |
| Erscheinungsort | Nürnberg |
| Größe (cm) | 35,5 x 22,5 cm |
| Zustand | Ecke rechts unten fachmännisch ergänzt, kleinere Restaurierungen am Rand |
| Kolorit | altkoloriert |
| Technik | Holzschnitt |


